Der Mordstein von Asterode
Viele passieren ihn täglich, nur wenige schenken ihm Beachtung: dem Mordstein von Neukirchen-Asterode. Er liegt an der
Bundesstraße 454, etwa in Höhe der Friedhofszufahrt und ist mit seiner Größe von rund 90 cm und seinem dunklen Farbton
leicht zu übersehen.
Doch welche Bedeutung verbirgt sich hinter dem Stein? Vorweg: abschließend
beantworten lässt sich diese Frage nicht. Fest steht, dass es sich bei diesem
Stein um eine Kopie handelt. Das Original steht in Schwalmstadt-Ziegenhain im
Hof des “Steinernen Haus”, in dem sich heute das Museum der Schwalm
befindet.
Sicher scheint zu sein, dass auf dem Stein kein Messer im eigentlichen Sinn,
sondern ein sog. “Pflugsech” abgebildet ist. Ein Pflugsech ist eine Art Vormesser,
dass die Erdkrume kurz vor dem eigentlichen Pflug aufreißt. Dies lässt die
Vermutung zu, dass der originale Stein hier errichtet wurde,
um damit für den Mord oder Totschlag an einem Menschen zu sühnen, dessen
Berufswerkzeug eben ein Pflug war. Es liegt nahe, dass es sich dabei um einen
Bauern handelte.
Mord- oder Sühnesteine sind Denkmale und entstammen dem (spät-)
mittelalterlichen Recht. Sie galten im 13. bis 16. Jahrhundert als Teil der
Wiedergutmachung. Abgebildet war die bei der Tat verwendete Waffe oder aber
typische Arbeitswerkzeuge des Getöteten. Lesen konnten damals ohnehin die
Wenigsten, daher sind keine Schriftzeichen zu finden. Oft
lagen die Steine an gut frequentierten Fernwegen und
Handelsstraßen.
Neben der Erinnerungsfunktion an die eigentliche Tat sollten die Sühnesteine auch dazu einladen,
an dieser Stelle für die Seele des Opfers zu beten, war dieses doch in ungeweihtem Boden aus
dem Leben gerissen worden. Derartige Steine und Kreuze sind aus ganz Europa bekannt. Allein im
Schwalm-Eder-Kreis sind bisher 14 von ihnen dokumentiert
Anfahrt: von Neukirchen/Knüll über die B454 in Richtung Oberaula. Kurz vor Asterode links auf den Parkplatz des Friedhofs
einbiegen.   Karte
Der originale Stein aus dem Mittelalter steht im Hof des “Steinernen Haus” in
Schwalmstadt-Ziegenhain
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