Das Wichtelloch bei Obergrenzebach
Bei dem sogenannten Wichtelloch handelt es sich um eine steinerne
Höhle am Ufer der Grenzebach. Über ihre Länge ist nichts genaues
bekannt, dennoch ranken sich verschiedene Sagen um sie.
Angeblich soll es sich  um einen unterirdischen Geheimgang
handeln, der zum Spieß  (mittelalterlicher Warttum) führt und in
Zusammenhang zum ehemaligen Kloster Spießkappel steht.
So schreibt Karl Schmidt in seinem Buch “Das Dorf Spieskappel”
(Frielendorf 1995), der letzte Abt des Klosters Johannes soll um
1582 der Sage nach zwölf silberne Apostel aus der Klosterkirche
genommen und in unterirdischen Gängen vergraben haben, die zum
Spieß und dem Wichtelloch bei Obergrenzebach führten. Etwas
anders schildert Erika Eckhardt im “Schwälmer Sagenborn” (Seite
150 f) die Sache:
Demnach lies zwar Johannes Werner die zwölf silbernen Apostel
und weiteres Silber- und Goldgerät in einen unterirdischen Gang
bringen, dieser verlaufe jedoch vom Kloster zum ehemaligen Weinberg, dem Südosthang des Todenhausener Sendbergs.
Dort befinde sich eine tricherförmige Vertiefung, die als Wichtelkaute bezeichnet werde. Dabei handele ich sich um die
Ausmündung des unterirdischen Ganges.
Doch zurück zum Wichtelloch; die Zeitschrift des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde, Band 1 aus dem
Jahr 1837 weiß dazu zu berichten: “In der Nähe von Ziegenhain, zwischen Obergrenzebach und Schönborn, oberhalb der
Ruchmühlen, befindet sich eine etwa eine halbe Stunde lange Höhle, das Wichtelloch genannt.
Als einst am Eingange der Höhle Heu gemacht wurde, hatte eine Frau ihr Kind in einen Korb
gesetzt, als sie nun dasselbe wiederholen wollte, war es verschwunden und an seiner Stelle
lag das Kind eines Wichtelmännchens. Obgleich sie dieses als Kind aufnahm, behielt sie es
doch nicht lange, denn es verlor sich wieder.
Oft kamen die Wichtelmännchen bis hinein nach Ziegenhain und holten sich aus den
Bäckerläden ihre Nahrung. Auch stahlen sie den in dem Felde arbeitenden Leuten ihre
Speisen.”
Anfahrt: von Schönborn über die Kreisstraße 125 in Richtung Frielendorf-Obergrenzebach,
am entsprechenden Feldweg rechts abbiegen und ca. 200m weiterfahren (siehe Kartenlink
unten). Das Wichtelloch liegt am Fuß eines steilen und felsigen Abhangs. Achtung:
unbedingt festes Schuhwerk und ggf. Halteseil notwendig, besonders bei nassem Wetter
Abrutsch- und Verletzungsgefahr! Ortsbesichtigung auf eigene Gefahr!
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