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Die Wippersteine bei Merzhausen
Bei den Wippersteinen handelt es sich um eine
Steinformation, am Waldrand zwischen Willingshausen-
Merzhausen und Schrecksbach-Holzburg gelegen. Der
Name des Flächendenkmals taucht in unterschiedlichen
Versionen auf.
Kurfürstentums Hessen in der Ausgabe des Jahres 1858
noch von „dem Wippestein“ spricht, lassen sich heute
auch Bezeichnungen wie „die Wippchensteine“ finden.
Allen Namen liegt jedoch der Umstand zu Grunde, dass
die Steinformation aus tertiärem Quarzit in früheren
Zeiten sehr viel weiter aus dem Boden geragt haben
soll, was ursächlichen Einfluss auf die Stabilität
wenigstens einer der Steine hatte.
Unter Berücksichtigung der o.g. Kartenangabe ist also
anzunehmen, dass noch im 19. Jahrhundert ein
Wippstein vorhanden war, der sich über einen instabilen Lagerpunkt bewegen ließ.
In einigen Quellen wird berichtet, der wippende Stein sei nicht auf natürliche Weise in diese Position geraten,
viemehr handele es sich um “frühzeitliche Architektur”. Gerne werden die Wippersteine deshalb auch zum
“Stonehenge der Schwalm” aufgebauscht.
Die Informationstafel bei den Steinen weist jedenfalls darauf hin, dass der Ort in vorchristlicher Zeit als Opferplatz
genutzt wurde. Archäologen fanden am größten Stein uralte menschliche Blutspuren. Zudem legte man kurz nach
dem 2. Weltkrieg auf der Holzburger Koppe in unmittelbarer Nähe ein Häuptlingsgrab frei.
 
Bekannt ist am Ost-Hang der Wippersteine auch die Wüstung
Wernersdorf, von der noch im 19. Jahrhundert Reste in Form eines
Kirchhofs sichtbar gewesen sein sollen. Insgesamt galt die Gegend
in früherer Zeit eher als “ungemütlich”, denn viele - unheimliche -
Sagen und Geschichten rankten sich um die Wippersteine.
So treibe sich hier in der Dunkelheit ein unheimlicher Reiter herum,
der einsame Wanderer zu Tode erschrecke. Eine bekannte Sage
berichtet von zwei Riesen, der Eine auf der Landsburg, der Andere
auf der Amöneburg, die sich gegenseitig mit Felsbrocken beworfen
und sich dabei als wenig zielsicher erwiesen hätten.
Zwielichtige, unheimliche Orte waren dabei sei jeher geeignet, sich
jenseits von unerwünschten Zuhörern zu versammeln. So waren die
Wippersteine im 19. Jahrhundert auch ein beliebter Treffpunkt
damaliger politischer Rebellen. 
Anfahrt: von Willingshausen-Merzhausen über die Kreisstraße 112 in Richtung Schrecksbach-Röllshausen. Auf der
Bergkuppe rechts abbiegen auf die Kreisstraße 114 in Richtung Holzburg. Am dritten Feldweg rechts abbiegen
(führt bergauf zum Wald, siehe Bild unten). Dort aussteigen, dem Feldweg folgen, dann am Waldrand links
abbiegen, nach weiteren (ca.) 50m sind die Wippersteine im Wald zu sehen.
Lagekoordinaten: 50° 50’  49” N   9° 14’ 39” E             Karte
Rechts auf dem Bild die Kreisstraße 112 in Richtung Röllshausen.
Links der Feldweg zum Wald, dort links abbiegen
Blick in Richtung Wüstung Wernersdorf
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SCHWALMGESCHICHTEN